#NWiH

Ich heiße Dich bei #NWiH willkommen. #NWiH steht für New Work in Healthcare und berichtet in kurzen Beiträgen von Erfahrungen mit agilen Organisationsformen im Gesundheitssektor. Die Philosophie hinter dieser praktischen Arbeit steht ganz im Zeichen von #teal und #newwork und soll eine Verbesserung des Arbeitsökosystems für alle Heilberufler/innen und Patient/innen zum Ziel haben. Schon immer habe ich viele Verbesserungen in meinem Arbeitsumfeld umsetzen wollen, bin aber oft sehr früh gescheitert, weil viele sagten: „das geht nicht und das haben wir immer schon so gemacht“. Mit dem Ziel einer grundlegenden Veränderung vor Augen und mit einem fundierten, theoretischen Wissen über sehr vielversprechende Organisationsformen im Gepäck habe ich nun mit einem Projekt in einer Praxis für Plastische und Ästhetische Chirurgie begonnen. Es gibt schon kleine Erfolgsgeschichten und weitere Projekte sind in der Planung. Ich bin fest davon überzeugt, dass man es schaffen kann mit dem richtigen Ansatz echte Verbesserungen für uns Heilberufler/innen zu bewirken. Du wirst vielleicht denken, dass das doch etwas naiv und zu idealistisch klingt. In vielen anderen Berufszweigen gibt es jedoch schon erfolgreiche Beispiele, die sehr gut funktionieren! Aber vielleicht siehst du das alles ganz anders, oder hast gute Ideen, die du loswerden willst. Ich lade dich herzlich zum Gedankenaustausch ein, denn alleine kann man nichts verändern. Schreibe mir einfach über das Kontaktformular.

#6 Kongress New Work Medizin – bringt uns Klatschen weiter?

Sehr informativer und inspirierender Kongress von Gleichgesinnten die wahrscheinlich alle Frederic Laloux – Reinventing Organizations gelesen hatten. Mir hat am Ende der Kopf geraucht, leider bei schönstem Frühlingswetter den ganzen Samstag 20.02.2021 (20.9.00-20.30 Uhr) und den Freitag Abend davor. Die nennenswertesten und meisten Beiträge waren die, bei dem es um die zunehmende Verbreitung des New Work (Teal) Gedanken ging und nicht um deren praktische Umsetzung in der Medizin. Wobei es anderswo schon sehr teal abgeht, wie z.B. bei Einhorn.

Der Patient Medizin

Für mich war es erschreckend und bestätigend zugleich, wie sehr die Teilnehmer von New Work Medizin die Medizin als Patienten sehen, dem es immer schlechter geht. Das deckt sich leider mit meinen persönlichen Erfahrungen der letzten beiden Monate. In diesen Monaten musste ich an meinem hospitalisierten Vater mit ansehen, wie sehr sich die medizinische Versorgung in Deutschland verschlechtert hat. Seither denke ich, dass der pflegerische Mehraufwand zur Isolierung von Coronapatienten tatsächlich das Fass zum Überlaufen gebracht hat. Wobei die armen Heilberufler am Ende sind und es ja schon vorher waren. Ein sehr netter ehemaliger Chef von mir meinte fast entschuldigend für Versäumnisse im Bezug auf die Behandlung meines Vaters: „Herr Kleining, die Medizin hier im Krankenhaus ist seit Corona nicht mehr die, die sie kennen.“ Der Kongress New Work Medizin stellte somit zurecht die Frage: „Bringt uns Klatschen weiter?“

Zitate des Kongresses:

Waldemar Zeiler (Einhorn): „Es sollte ausschließlich Non-Profit Unternehmen geben, wo Profitorientierung schädlich ist, da sonst falsche Anreize gesetzt werden“ Beispiele:

  • Private Gefängnisse (USA) führen zu vielen Häftlingen (das ist in den USA so)
  • Private Krankenhäuser führen zu vielen Kranken

Lasse Reingans (Buch „Die 5-Stunden Revolution):

„Digitalisierung heißt zu oft das Digitale wird einfach auf das Analoge draufgesetzt.“

Armin Steuernagel (Purpose Economy)

„Wir haben uns ein System kreiert in dem sich keiner mehr für etwas verantwortlich fühlt“

„Unternehmen muss von denen geführt werden, die eng mit dem Unternehmen verbunden sind.“ (Inspiriert von Robert Bosch, Gründer der Bosch AG)

„Selbstmanagement ohne Selbsteigentum ist wie Demokratie in einem Königreich.“

Links vom Kongress, die ich in meine Leseliste aufgenommen habe:

  1. https://www.mindful-doctor.de
  2. https://www.myzelium.com
  3. https://purpose-economy.org/de/who-we-are/
  4. https://corporate-rebels.com
  5. https://medizinundmenschlichkeit.de

#5 Wie ich mit Freunden eine Vorlesung über #newworkinhealthcare hielt

Ich hätte vor einem Jahr noch nicht damit gerechnet, dass ich mal an der Uni eine Vorlesung über #newworkinhealthcare halte. Ich bin ja kein Professor! Jetzt hatte ich mich aber mit alternativen Arbeitsmodellen in der Medizin beschäftigt und die Aufmerksamkeit eines Freundes auf mich gezogen, nämlich die von Prof. Jan Ehlers. Wie kam das? Mitte letzten Jahres habe ich gelernt wie man richtig produktiv Netzwerke bildet, und zwar in Form eines WOL Circles (Working Out Loud). Als einen von fünf Mitgliedern dieses Kreises konnte ich unter anderem den Vize-Präsidenten der Universität Witten-Herdecke, Prof. Jan Ehlers, gewinnen. Das ist ein cooler und schlauer Typ, der gerne mit fortschrittlichen Formaten experimentiert und so versucht den Lehrplan für seine Studenten mit den besten Inhalten zu füllen. Was WOL ist und was es mit New Work in Healthcare (#NWiH, #teal) zu tun hat war dann das Thema einer virtuellen Vorlesung vor ca. 250 teilnehmenden Studenten. Hier seht ihr die Vorlesung über #newworkinhealthcare und WOL

#4 Handy sagt: Es gibt nichts zu tun!

Ich kommuniziere gerne regelmäßig und von überall mit meinen Kollegen. Deshalb mag ich Slack. Wenn eine Nachricht in WhatsApp aufpoppt, weiß ich erst mal nicht, was es ist. Wenn eine Nachricht in Slack aufpoppt, weiß ich, dass es um Arbeit geht. Wenn ich den roten Punkt neben dem App-Symbol von Slack sehe, weiß ich, dass es etwas zu tun geben könnte. Wenn ich ihn nicht sehe, kann ich mich entspannen, es gibt nichts tun! Außerdem kann ich direkte Nachrichten innerhalb meines Slack-Arbeitsbereichs bei PAAU empfangen. Ich muss es nicht mit meinem privaten Messenger vermischen. Übrigens habe ich gerade WhatsApp deinstalliert und gegen einen Ordner mit Signal, Telegram und Threema ausgetauscht. Und ich habe sogar meine Mutter dazu gebracht, mehr als einen Messenger zu bedienen.

#3 Wöchentliches Meeting mit ZOOM in der Chirurgie

Wir haben jetzt ein wöchentliches Meeting (weekly) mit ZOOM eingeführt. Das Feedback dazu von allen ist gut. Ich habe bereits ein gutes Gefühl dabei. Ich sehe Kollegen, die entfernt in ihrer persönlichen Umgebung arbeiten, wodurch ich mich fast wie ein Freund fühle. In diesen knackigen 30 Minuten kommen wir mit den check-ins und dem Erledigen von Dingen gut durch. Es gibt endlose Literatur über Meetings und wie sie durchgeführt werden müssen. Alle Belege zeigen eine Gemeinsamkeit: Gut organisierte Meetings sind sehr wichtig. Ich sehe kein gutes Argument gegen ein wöchentliches Meetings. Du etwas? Dann schreibe mir gerne.

#2 Anwendung digitaler tools für Team-Entscheidungen

Neulich kam eine Patientin von mir zur Nachuntersuchung. Sie ist eine sehr schöne Frau und stellte Fragen zum ästhetischen Ergebnis ihrer Lippen. Sie konsultierte jedoch meinen Kollegen. Weil sie ziemlich hohe Erwartungen hatte, was absolut in Ordnung ist, wendete er sich an unseren Workspace. Indem er den Workspace für Teamentscheidungen mit slack (Patient anonym) nutzte, konnte er sich mit allen anderen Ärzten im Netzwerk schnell in Verbindung setzen. Dadurch konnte er, bevor er entscheidet, was für die Patientin am besten ist, viele Lösungsvorschläge sammeln. Die Optionen, die diskutiert wurden, eröffneten ein viel breiteres Spektrum möglicher Lösungen, aus dem man wählen konnte. Eine gute und einfache Möglichkeit, mit Hilfe digitaler Technologie, die keine Raketenwissenschaft ist, bessere Ergebnisse zu erzielen, zu lernen und Teamentscheidungen zu treffen.

#1 Umsetzung von New Work in einer privaten Arztpraxis

Die ist der erste von vielen kleinen Erfahrungsberichten, die ich mit euch teilen will. Es geht hier um Erzählungen aus meiner Arbeit, bei der ich New Work in den Arbeitsalltag von Ärzten und anderen Heilberuflern integriere.

Dieser kleine Blog handelt also von meinen direkten Erfahrungen als Arzt und Facilitator. Die Literatur über #newwork und #teal betont, dass die Umsetzung dieser Ideen nur klappen kann, wenn der „Chef“ oder „Chefin“ es auch verstehen und es umsetzen wollen. In der Medizin hat aber bisher so gut wie niemand von diesen interessanten Arbeitsmethoden gehört. Glücklicherweise musste ich in meinem jetzigen Projekt niemanden überzeugen, denn die „Chefs“ finden es recht normal, so arbeiten zu wollen. Wäre dies anders, würde ich nicht wissen ob es zu schaffen ist, einen niedergelassenen Arzt oder Chefärztin von #newwork zu überzeugen. Sie würden ihre bisherigen Arbeitsmethoden, die sich eingeschliffen haben nicht derart in Frage stellen, auch wenn es vielleicht viele ihrer Probleme lösen würde. Also hatte ich wohl Glück. Die Reise beginnt.

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